Kurzgeschichte des Holzbaus

Bereits vor vielen Jahrtausenden entdeckten die Menschen das Holz als Baustoff. In seinen Anfangsphasen wurden dieser nachwachsende Rohstoff hauptsächlich für Jagdwaffen wie Speere oder Bogen verwendet, aber auch Werkzeuge und andere nützliche Gegenstände, die den Alltag erleichterten, wurden aus Holz produziert. 1997 entdeckten Forscher in einem deutschen Tagbau über 400'000 Jahre alte Speere. Auch an der Fundstelle von "Ötzi", welcher vor mehr als 5300 Jahre umkam und im ewigen Schnee bis 1991 unentdeckt blieb, wurden 17 verschiedene spezifische Holzarten gefunden, die als Waffen dienten oder Teil seiner Kleidung war.

 

Der Siegeszug des Holz als Baustoff nahm mit den ersten Pfahlbauten Fahrt auf. Ausgrabungen in Arbon TG haben ergeben, dass hier bereits 3400 v.chr. erste Pfahlbausiedlungen entstanden sind. 

Im Mittelalter erlebte der Holzbau seine erste Blüte. Brücken, Kutschen, Scheunen, Holzpalisaden zur Verteidigung, Häuser, Dörfer und ganze Städte wurden in Holz errichtet. In Geschichtsbüchern ist zu lesen, dass der Rohstoff Holz so begehrt war, dass sogar die Wälder übernutzt waren und Holz als rare Ware galt. Doch bald wendete sich das Blatt und das goldene Zeitalter des Holzes war vorbei, denn Holz brennt. Dies mussten abertausende Einwohner von unzähligen Dörfern und Städten am eigenen Leibe erfahren. Oft brauchte es nur einen kleinen Funken um einen ganzen Stadtteil in Brand zu stecken. Wie es zum Beispiel 1666 in London passiert ist. Holz war ab sofort als Baumaterial verpönt und man fand im Stein und im Ziegel eine gute Alternative. 

 

Jahrzehnte lang wurde nun versucht, weitgehenst auf Holz zu verzichten. Erst seit ca. dreissig Jahren erlebt Holz als Baustoff wieder eine Renaissance.  Durch die detaillierte Planung und den hohen Vorfertigungsgrad ist es heute möglich, ganze Gebäude oder Gebäudeteile innert kürzester Zeit zu errichten. Fast alle erdenklichen Formen und Konstruktionen sind dank dem Ingenieur-Holzbau möglich und ein Ende des Siegeszugs des Holzes ist vorläufig glücklicherweise noch nicht in Sicht.